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Wo kommen wir denn da hin?

Über den Blog

Es ist ja leicht, im Dienstzimmer rumzujammern. Gerade die Engagiertesten, diejenigen, die ihren Beruf mit der größten Leidenschaft und bis zur Selbstaufgabe ausüben, sind dafür ja häufig am empfänglichsten. Zwischen Stuhlgang und Laugenbrötchen, zwischen Kaffee und Sturzprotokoll wird dann geächzt, gestöhnt, geplärrt.

Das ist ein bisschen verständlich. Wir haben uns ja bewusst für einen Beruf mit sozialer Komponente entschieden, und wer will schon Pflegebedürftigen oder deren Angehörigen ein schlechtes Gewissen machen?

Das ist aber auch ein bisschen ärgerlich. Es ist nämlich ein Irrglaube, dass irgendwann mal jemand auf die internistische Station eines Krankenhauses kommt und uns fragt, wie wir die Wirklichkeit gerne hätten. Das hat ein bisschen was von der Frage, wann der Scheißprinz endlich auf seinem Einhorn angeritten kommt.

Und es ist eben nicht die Schuld von Pflegedienstleitungen oder „denen da oben“, wenn alles so doof bleibt, wie es ist. Und auch nicht die Schuld einzelner Pflegender. Es ist die Haltung der Berufsgruppe insgesamt; die passive Haltung der Pflegepraxis und die gewohnheitsmäßige Bereitschaft, alles hinzunehmen, die ist doof.

Weshalb verstehen wir uns nicht als Lebensretter? Fühlen wir uns noch stolz geschmeichelt, wenn jemand zu unserer Berufswahl sagt „Also ich könnte das nicht“? Verletzender kann Mitleid kaum sein. Als der ehemalige Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr vor laufenden Kameras sagte „Wir sind der Überzeugung, dass es in der Pflege im Wesentlichen auf soziale Kompetenzen ankommt“, habe ich mich ernsthaft beleidigt gefühlt. Und das hat in mir so tiefe Spuren hinterlassen, dass ich nach einiger Vorbereitungszeit begonnen habe, nichts mehr unwidersprochen hinzunehmen, was mich stört.

Diejenigen, die sich von diesem Blog nicht angesprochen fühlen, dürfen gerne versuchen, im Supermarkt mit Umarmungen zu bezahlen. Alle anderen möchte ich darum bitten, diese Artikel über alle verfügbaren Kanäle zu streuen. Die Pflegepraxis muss anfangen nachzudenken, sie muss sich selbst und ihre unersetzliche Rolle im Gesundheitswesen verstehen. Es ist schon komisch, dass das fast überall in Europa besser funktioniert als in Deutschland.

Darüber hinaus blogge ich amüsiert, entsetzt und aus meiner ganz eigenen Warte über Fußball. Schließlich braucht jeder Mensch Hobby und Leidenschaft.

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Ein Kommentar zu “Über den Blog

  1. Burkhard Irle
    März 6, 2014

    Genau so ist es…!!

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