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Wo kommen wir denn da hin?

Ein Denkmal und ein „Vergelt’s Gott“ – sprechen wir über die Pflege (hinweg)

Eines hat Hermann Gröhe bereits jetzt erreicht: Über die Pflege wird in deutschen Medien in einer Intensität und Häufigkeit gesprochen, wie ich das in all den 15 Jahren, die ich jetzt in der Pflege arbeite, nicht erlebt habe. Da darf man nicht undankbar sein: Das verdient Anerkennung.

Schade ist nur, dass häufig über die Pflege hinweg gesprochen wird. Die gestrige „hart aber fair“-Ausgabe war ein gutes Beispiel dafür: Den beruflich Pflegenden sei ein herzliches „Vergelt’s Gott“, ein kurzer Einwurf von Frank Plasberg, dass Miete und Benzin ja auch bezahlt werden wollen, und hängen bleibt bei mir vor allem: Geert Müller-Gerbes will den Pflegenden ein Denkmal setzen.

Eine tolle Haltung eigentlich: ehrliche Anerkennung, der Mann weiß aus eigener Erfahrung, wovon er spricht. Aber was mich ärgert, ist, dass die Wirklichkeit so vollkommen anders aussieht, als das, was da ziemlich weichgezeichnet dargestellt war. Gute Seele hin oder her, wer seinen Beruf nicht so ausüben kann, wie er ihn gelernt hat, der kann nicht glücklich sein. Da hilft auch ein Denkmal nix.

Denkmäler errichtet man in der Regel für Helden oder unschuldige Opfer. Ich will keines von beiden sein, auch wenn man gestern fast den Eindruck haben konnte, dass es erstrebenswert sei. Da haben sich ein paar Leute mehr oder weniger herzlich in den Armen gelegen, alle fanden alles toll, und manchmal hatte man den Eindruck, da sprechen ein paar Kunstkritiker über einen Haufen Scheiße und freuen sich über die tollen Farbschattierungen und die schwirrenden Fliegen. Mich würde interessieren, wie die Sendung verlaufen wäre, wenn da auch nur eine Pflegefachperson gesessen hätte, die gegen die kollektive Bauchpinselung angeht. Wie soll man sich gegen so eine Vereinnahmung zur Wehr setzen? Die Weichspülung der Republik hat die Talkshows erreicht. Wo früher mal Tische zerschlagen wurden, kuschelt man heute so lange, bis die Wirklichkeit nicht mehr so weh tut.

Tut mir ja ein bisschen leid für Herrn Müller-Gerbes, der hat das sicher gut gemeint. Aber was solche Denkmäler anbetrifft, halte ich es doch eher mit Wir sind Helden: Hol den Vorschlaghammer! Sie haben uns ein Denkmal erbaut…

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Ein Kommentar zu “Ein Denkmal und ein „Vergelt’s Gott“ – sprechen wir über die Pflege (hinweg)

  1. Ehrlich zu sein, bin ich sehr Enttäuscht, außer da viele Erneuerung besprochen wurde, gabt es nicht neue zu hören…mir fehlten die richtige Akteuren der Pflege, Sie wurden nicht alle eingeladen…Doch eine..die Altenpflegerin, aber erscheint, dass sie für die Sendung vorbereitet wurde….Schade…Ich hätte erfahrende Pflegende eingeladen…dann wäre keine mit Sicherheit froh in ihre Beruf….Fehlten auch Schülerinnen, Fachkräfte, Studenten und Pflegeforscher, Leider!….

    Diese Petition entspricht hat die Wahrheit, aber viele wollen sich nicht mitmachen, bzw. Unterstützen…SCHADE….

    https://www.openpetition.de/petition/online/herr-gesundheitsminister-stellen-sie-mehr-personal-und-bessere-bezahlung-ein

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Dieser Eintrag wurde am April 15, 2014 von veröffentlicht.
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